Die »Pappnasen Rotschwarz« drücken Karneval in Köln eigenen Stempel auf.
Eine politisch-satirische Abrechnung.

Die »Pappnasen Rotschwarz« haben sich seit sieben Jahren der karnevalistischen Tradition des Volkes verschrieben, das der Obrigkeit in dieser Zeit »die Nase zeigt«. 80 bis 100 Jecken setzen sich im »Zoch vor dem Zoch« an die Spitze des Kölner Rosenmontagszuges und nehmen sich unverblümt aktueller politischer Themen an. Dabei wird sich immer auf das jeweilige Karnevalsmotto bezogen. So wurde das vom Kölner Festkomitee für die am Aschermittwoch gerade zu Ende gegangene Saison ausgegebene Motto »Heimat« natürlich auch von den Pappnasen aufgenommen. Bei ihnen wurden nun die Übeltäter durch den Kakao gezogen, die Heimat gefährden, z. B. der das Artensterben vorantreibende »Glyphosatan«, profihungrige Miethaie und Waffenexporteure, die weltweit Konflikte am Laufen halten und Menschen zwingen, ihre Länder zu verlassen. Und was man dagegen tun kann, wurde auch gezeigt: Heimat instandbesätze! Dazu wurden Kostüme entworfen und geschneidert, Handwagen und Lastenräder ausgeschmückt, Figuren gebastelt oder umgestaltet, Transparente und Schilder gemalt. In jedem Jahr werden ein paar bekannte Karnevalsklassiker aktuell umgetextet und aufgenommen.

Mit einer mobilen Musikanlage erreichen die Pappnasen damit ein Riesenpublikum. Von welcher linken politischen Botschaft kann man das sonst schon sagen? Und mit brisanten gesellschaftlichen Themen kann man auch außerhalb der Karnevalszeit auf der Straße dank der Satire Gehör finden. »Unsere Kostüme halten wir immer griffbereit«, lautet ihre Devise. Wo auch immer sie sich einmischen können, sind sie dabei und haben ihren ktionsradius mittlerweile auch über Köln hinaus ausgeweitet. 2018 zum Beispiel im Hambacher Forst, bei dem »Konzert« der Aktionsgruppe »Lebenslaute« vor dem Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln (Motto: »Mit Suite und Kantate gegen den Staat im Staate – Geheimdienste abschalten«), bei der Demo gegen das neue NRW-Polizeigesetz in Düsseldorf und in den Jahren zuvor bei Blockupy-Demonstrationen in Frankfurt, bei der großen TTIP-Kundgebung in Berlin, beim Protest gegen den G-20-Gipfel in Hamburg, bei »Neoliberalismus ins Museum« von ATTAC in Düsseldorf und vielem mehr. (J. Vogler, U. Slawiczek, jw vom 9./10. März 2019)
Nach dem Karneval treffen sich die Pappnasen Rot-Schwarz zu ihrer eigenen Karnevalsveranstaltung, die nicht weniger politisch ist. (Slawiczek, jw vom 9./10. März 2019), Film: Martin Bauer, R-mediabase)

Am 09. August, zum 20. UZ-Pressefest, gab der Schauspieler Rolf Becker Texte zum und Auszüge aus dem Kommunistischen Manifest zum Besten. Texte, die an Aktualität keine Wünsche übrig lassen und im 2. Teil eindringlich zum Handeln angesichts der gesellschaftlichen und politischen Lage auffordern. Dies ist Teil eins.

Hier Teil 2:

 

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe "Marx200" der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW ist an dieser Stelle ein kurzer Zusammenschnitt aus der Veranstaltung vom 14.04.2018 veröffentlicht. "Proletarier aller Länder vereinigt Euch" )zur digitalen Transformation der Gewerkschaften) - "...ist die Presse frei, die sich zum Gewerbe herabwürdigt?" (Podiumsdiskussion zur Pressefreiheit) und Dommonismus oder Kommunismus (Sozialismus von der Wissenschaft zu Utopie).

Vom 15. - 21. August 2018 präsentierte die Lebenslaute in Köln Kunst mit Politik, besetzte dabei den Verfassungsschutz und lieferte anschließend ein Gratiskonzert. Dabei waren auch viele Freunde. Mehr hier, hier und hier

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe "Marx200" der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW wurde dieser szenische Videobeitrag zur Kölner Zeit des großen Denkers Karl Marx produziert. Marx wurde von 200 Jahren in Trier geboren. Er "hat die Welt nicht nur neu interpretiert, sonder mit seinem Werk auch verändert. Er beteiligte sich an den Kämpfen seiner Zeit um Demokratie und Sozialismus. In der Revolution von 1948 war in Köln tätig. Er war hier Redakteur der Neuen Rheinische Zeitung und Mitglied im Kölner Arbeiterverein. Was kann das Marxsche Werk heute noch beitragen zur Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse und zur Entwicklung eines Zukunftswunsches?" (Einladungstext) Die Veranstaltungsreihe beginnt am 14. April ab 10:30 in Köln mit einem Spaziergang zu den Wirkstätten und ab 14 Uhr im Forum der Volkshochschule am Neumarkt in Köln.(Hans-Dieter Hey)